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Kleines Seibert-Mikroskop;
Stativ 6; im Kasten Nr. 5302, um 1887.
Vollmessing, zaponiert und geschwärzt, sehr gut erhalten. Instrument
mit Objektiv Seibert NO II und
Seibert NO V sowie Okulare
I und
III (in letzteres kann ein Objektivmikrometer
mit 1/20 mm-Skala eingeschoben werden). Grob- und Feintrieb, Lochblende mit Schwalbenschwanzführung und mehreren Einzelblenden, u.a. Dunkelfeld, für die zwei verschiedenen "Beleuchtungsapparate", Plan- und Konkavspiegel.
Seibert Dieses Stativ 6 wurde von Seibert in der Standardausführung mit Schiebetubus ausgeliefert, nur als Sonderausstattung war ein Grobtrieb erhältlich. Die optische Ausrüstung ermöglichte eine lineare Vergrößerung von 71- bis 600-fach. |
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Es handelt sich bei diesem Stativ um ein klassisches Modell von Seibert,
welches noch fast 30 Jahre später im Seibert'schen Preis-Verzeichnis
von 1915 als "Einfaches Mikroskop", Stativ 7 unverändert angeboten wird.
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Weltruhm erlangt die Firma durch die Verbindung mit Robert Koch, der
1877 mit einem Seibert-Mikroskop (mit mikrofotografischer Einrichtung,
Photoobjektiven und Immersionsobjektiven) seine berühmten
"Bakterien-Photogramme" des Milzbrand-Bakteriums erstellt. Im Jahre 1878
liefert die Firma Seibert wieder ein Mikroskop samt Ölimmersion an Robert
Koch nach Wollstein, der dieses Instrument zur Erforschung der
Wundinfektionskrankheiten benutzt.
1884 wird Krafft ausbezahlt und das Unternehmen in "W. & H. Seibert" umbenannt. Die Gebrüder Seibert streben in Ihrer Arbeit auch danach stets an, das Mikroskop in Einzelanfertigung zum Kunstwerk zu erheben. Im Jahr 1900 wird das Seibert-Mikroskop Nr. 10 000 hergestellt. |
[Vergleiche: Mikroskopsammlung des Medizinhistorischen Instituts der Universität Bern: Mikroskop "Seibert" Nr. 3709, Inv.-Nr. 2020 - Stativ dort jedoch ohne Grobtrieb und Kondensor]
(Datierung mit freundlicher Unterstützung von Rolf Beck, Leiter
Firmenmuseum und -archiv Leica GmbH Wetzar, 14.08.2001 und Walter Seibert,
Wetzlar 11.10.2001 - eine genauere Datierung ist leider nicht möglich,
da die betreffenden Bücher der Fa. Seibert verbrannt sind; Katalogabbildung
mit freundlicher Unterstützung von Gerhard Mahr)
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