Präparierstativ V

Carl Zeiss Jena

Carl Zeiss Jena, Präparierstativ V aus 1903.

Das Mikroskopstativ ist gefertigt aus schwarz lackierter Bronze, geschwärztem beziehungsweise schwarz lackiertem und vernickeltem Messing und Holz. Die Einstellung des kleinen Stativs erfolgt über einen Stab in dem der Lupenträger in einer Schiebehülse geführt wird. Die Beleuchtung erfolgt mit einem einfachen Planspiegel.

Das kleine Stativ trägt auf dem Arm der Lupenaufnahme die geschwungene Signatur:

Carl Zeiss
Jena.

Die Seriennummer ist in die Unterseite des Holzklotzes eingestanzt: 36911

Dem Benutzer abgewandt ist am Holzklotz des Instruments ein Verweis auf den Wiederverkäufer angebracht:

Instruments scientifiques et techniques
Robert Drosten, Bruxelles.

Ausgestattet ist das kleine Präpariermikroskop mit einer einem Doublet C. Zeiss, Jena 15, welches in einer lederbezogenen Schatuelle verwahrt wird.

Dieses kleine Präparierstativ wird über eine lange Zeit bei Zeiss angeboten,

es erscheint das letzte Mal im Katalog von 1902 und wird dort wie folgt beschrieben (Carl Zeiss Jena, Optische Werkstätte: Mikroskope und mikroskopische Hilfsapparate. 32. Ausgabe, Jena 1902):

Stativ P V.

Kleines Präparirstativ.

Der Tisch hat etwa 50 mm Seitenlänge, über ihm lässt sich eine Lupe im Halter auf. und abschieben. In den Halter können die Lupen No. 6-8 und No. 13-16 eingesteckt werden. Fig. 41.

Dieses Stativ wird entweder für sich oder mit einem Präparirklotze zum Aufstützen der Hände geliefert.

No. 105: Stativ P V, ohne Linsen, mit Präparirklotz: Mk. 14.-
No. 106: Stativ P V, ohne Linsen, ohne Präparirklotz: Mk. 12.-

Das kleine Stativ

ist damit nur für den Gebrauch mit den höher vergrößernden aplanatischen Lupen nach Steinheil (No. 6-8), den Doublets oder Lupen aus zwei Linsen gedacht – sämtlich mit einer maximalen Vergrößerung von 30-fach linear.

(Datierung mit freundlicher Unterstützung von Dr. Wolfgang Wimmer, Archiv Carl Zeiss Jena, 28.09.2011)

Über Carl Zeiss

zeiss_1846_esche_1966Carl Zeiss (1816-1888) wird als Kind fünftes Kind des Hofdrechselermeisters Johann Gottfried Zeiß in Weimar geboren. Nach seinem Schulbesuch in Weimar absolviert Carl Zeiss 1834-1838 eine Mechanikerlehre beim Universitätsmechaniker Dr. Friedrich Körner in Jena. Nach Abschluß der Lehre besucht Zeiss 1835-1838 Vorlesungen der Universität Jena in Mathematik, Experimentaphysik, Antropologie, Mineralogie und Optik. Es schließen sich 1838-1845 Wanderjahre mit Stationen in Stuttgart, Wien, Berlin und Darmstadt an. Im Jahre 1845 kommt Carl Zeiss wieder nach Jena und absolviert ein Praktikum am physiologischen Institut bei Prof. M. J. Schleiden.

Carl Zeiss wird die Konzession zur Fertigung und zum Verkauf von mechanischen und optischen Instrumenten in Jena am 19.11.1846 durch die Großherzogliche Landesregierung in Weimar erteilt. Die erste Werkstätte befindet sich in der Neugasse 7 in Jena. Im Juli 1847 zieht die Werkstatt in die Wagnergasse 32 und im August diesen Jahres wird als erster Lehrling August Löber eingestellt. Im September 1847 wird die Produktion einfacher Lupenmikroskope, entsprechend dem hier gezeigten Instrument, aufgenommen. Erst 1857 werden die ersten zusammengesetzten Mikroskope in der Zeiss’schen Werkstatt gefertigt. 1866 wird das 1000. Mikroskop hergestellt; kurz darauf beginnt im selben Jahr die Zusammenarbeit mit Ernst Abbe. 1872 schließlich werden die Optiken der Mikroskope nach Abbes Berechnungen konstruiert.

Zum Exponat

Das hier gezeigte Mikroskop wird ausgestattet mit einer Lupe 15 am 19.03.1903 an Drosten nach Brüssel geliefert, in der vorliegenden Ausstattung kostet es damit 20 Mark.

Falls Sie ein Instrument anzubieten hätten, würde ich mich über eine Nachricht immer sehr freuen.