Petrographisches Mikroskop, E.Leitz


E. Leitz # 269241 E. Leitz # 269241 E. Leitz # 269241
E. Leitz # 269241 mit Klein'scher Lupe

E. Leitz # 269241 mit Klein'scher Lupe

E. Leitz # 269241 mit Klein'scher Lupe

Leitz 269241

Petrographisches Leitz Mikroskop; Stativ "Durchlicht-Polarisationsmikroskop CM", ausgeliefert am 12.07.1929. Polarisationsmikroskop aus zaponiertem und schwarz lackiertem Messing, schwarz emailliertem Gußeisen. Instrument mit Grob- und Feintrieb, Drehtisch, Kreuztisch, Klein'scher Lupe.

Auf dem Tubus signiert: Ernst Leitz Wetzlar No. 269241

Objektive von Leitz 269241Das große Polarisationsmikroskop für petrographische Untersuchungen ist ausgestattet mit einem kompletten Objektivsatz:

Ernst Leitz Wetzlar H 30,
Ernst Leitz Wetzlar 1 3.2x,
Ernst Leitz Wetzlar 2 6x,
Ernst Leitz Wetzlar 3 10x,
Ernst Leitz Wetzlar 5 33x,
Ernst Leitz Wetzlar 7 62x,
Ernst Leitz Wetzlar 1/7a Oel Immersion Apert. 0.95 54x,
Ernst Leitz Wetzlar 1/12 Oel Immersion Apert. 1.30 100x und
Ernst Leitz Wetzlar 35 mm (Irisblende).

An Polarisationsokularen sind beigegeben Ernst Leitz Wetzlar 1, 2 und 3 sowie ein Normokularadapter und das Okular Ernst Leitz Wetzlar Periplan.Ok. 8x.

E. Leitz # 269241: KreuztischFerner sind die Lambda-Plättchen Gips rot I. und Glimmer 1/4 lambda vorhanden, ein Faden- und ein Netzmikrometer und eine zusätzliche Kondensorlinse.

Darüber hinaus ist ein Kreuztisch Ernst Leitz Wetzlar für die in der Polarisationsmikroskopie verwendeten Objektträger des "Giessener Vereins" in hübschem Kästchen dem Instrument beigefügt.

Der Drehtisch ist mit einer herausnehmbaren zentralen Platte ausgerüstet um mit diesem Stativ einen großen Universaldrehtisch verwenden zu können.

Leitz Stativ CM aus: Ernst Leitz Optische Werke Wetzlar: Leitz Polarisations-Mikroskope; No. 48 Pol.; Wetzlar Juni 1924 E. Leitz # 269241 Die Einführung der an diesen Objektiven zu erkennenden Dreipunkt-Zentrierung findet um 1920 unter Dr. Max Berek statt, welcher 1912 dem Unternehmen Leitz als Nachfolger von Dr. Gabriele Lincio beigetreten ist. Während bei den bisherigen Wechselvorrichtungen bei jedem Objektivwechsel eine Neuzentrierung erfolgen muß, bleibt beim Objektivwechsel über die neue Wechselzange der Zentrierzustand erhalten. Nur ein einziges Mal isz es pro Objektiv erforderlich mit zwei kleinen Vierkantschlüsseln die optische Achse des Systems auf die Achse des Instrumentes einzustellen.

An diesem 1924 eingeführten Stativ wird darüber hinaus das Beleuchtungssystem durch den sogenannten Berek'schen Zweiblenden-Kondensor verbessert, der die Einstellung kleinster Aperturen bei schwachen Vergrößerungen erlaubt und relativ kleine und somit kostengünstige Polarisationsprismen erfordert.
Die bedeutendste Neuerung an dem hier gezeigten Instrument ist jedoch die Einführung eines neuartigen anastigmatischen Tubusanalysators, welcher die Bildqualität des Polarisationsmikroskopes erheblich steigert und eine ermüdungsfreie subjektive Beobachtung bei der Arbeit mit dem Instrument ermöglicht.

Kaum verwunderlich, daß sich dieses Instrument weltweite Anerkennung zu verschaffen weiß und mit geringen Modifikationen als Forschungsmikroskop über 30 Jahre im Programm der Firma Leitz zu finden ist. 

Berek'scher Drehkompensator Berek'scher Drehkompensator eingebaut in Leitz 269241

Darüber hinaus verfügt das Instrument über den Berek'schen Drehkompensator No 1026 in zugehöriger Schatulle. Dieser auf dem Biot-Nikitinischen Prinzip beruhende Kalkspat-Kompensator wird bereits 1913 eingeführt.

Prof.Dr. Max BerekDas einfach zu handhabende Gerät ermöglicht es dem Mineralogen, optische Gangunterschiede mit bisher nicht gekannter Genauigkeit zu bestimmen. Fast 60 Jahre lang wird diese Konstruktion von Leitz angeboten, jeder Kompensator muß dabei ab Werk jedoch individuell geeicht werden.

Berek'scher Drehkompensator
Berek'scher Kompensator aus: Mikroskopische Mineralbestimmung mit Hilfe der Universaldrehtischmethoden; Max Berek; Verlag von Gebrüder Borntraeger; Berlin; 1924

E. Leitz # 269241: SignaturAplanatische Hilfslupe, Klein'sche LupeEin recht seltenes Ausrüstungsstück dieses petrographischen Instrumentes stellt die Klein'sche Lupe dar - die meisten Modelle werden statt dieser mit einem Aufsatzanalysator ausgeliefert. Als aplanatische Hilfslupe mit Gelenk zum Aufsetzen auf das Okular ermöglicht sie die Beobachtung konoskopischer Interferenzbilder kleinster Mineralteile.
In Verbindung mit der Bertrand'schen Linse und der an dieser befestigten Wright'schen Irisblende wird jene 12fache Hilfslupe gebraucht. Sie ermöglicht mit dem Objektiv Oel-Immersion 1/12 das Ausblenden von Mineralteilchen eines Durchmessers von nur 7 Mikrometern. Signiert Ernst Leitz Wetzlar 12x

(Datierung mit freundlicher Unterstützung von Rolf Beck, Leiter Firmenmuseum und -archiv Leica GmbH, 31.07.2001; einige technische Details mit freundlicher Unterstützung von Dr. Olaf Medenbach, Ruhr-Universität Bochum)

[Vergleiche: Sammlung historischer Mikroskope der Leica Microsystems GmbH Wetzlar: "1924 Leitz-Mikroskop Nr. 222180 Typ CM"; Optisches Museum der Ernst-Abbe-Stiftung Jena: "Polarisationsmikroskop GM / Ernst Leitz, Wetzlar / um 1925" signiert "Ernst Leitz / Wetzlar / No. 252580"]



11.05.2002 by Timo Mappes

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