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Kleines Hand-Teleskop "Plößl in Wien"; um
1860; Messing (Zaponlack restlos abgegriffen, d.h. durch Gebrauch patiniert)
mit Mahagonitubus, dreifacher Auszug, 17,8 cm zusammengeschoben, 50,0 cm
ausgefahren, 30 mm freier Objektivdurchmesser, herausnehmbares Okular,
Schutzschieber für das Okular. Das Teleskop wird in einem mit schwarzem
Leder bezogenen Holztubus aufbewahrt.
Auf dem ersten Auszug dekorativ signiert:
Georg
Simon
Plößl (1794-1868) absolviert die Normalschule und besucht danach
eine Lehre als Drechsler. Es schließt sich ab 1812 eine elfjährige
Lehr- und Gesellenzeit als Optiker bei Johann Friedrich Voigtländer
an.
In der Goldeggasse in Wien macht sich Plößl 1823 mit einem optisch-mechanischen Institut selbständig. Ab 1830 produziert er achromatische Objektive höchster Qualität, deren Technik durch ihn nach England ausgeführt wird. Neben Mikroskopen lieg der Schwerpunkt seiner Produktion seit 1832 bei nach J.J. von Littrows (1781 - 1840) Anweisungen konstruierten dialytischen Fernrohren.
Schon 1835 wird Plössl bei der Wiener Industrieausstellung für seine Arbeiten mit der goldenen Medaille ausgezeichnet - im selben Jahr erhält er ferner das Wiener Bürgerrecht. Ein pankratisches (bildaufrichtendes) Mikroskop wird von Plössl ab 1843/44 als Stativ Nr. 5 angeboten.
Simon Plößl stirbt am 29. Januar 1868 an den Folgen eines Unfalls, bei dem ihm eine herunterfallende Glasplatte den Arm zerschneidet.
Mikroskope werden unter dem Firmennamen S. Plössl & Comp. bzw. S. Plössl & Cie bis 1905 weiter produziert. Bis 1882 werden die eigentlichen, typischen Plössl-Mikroskope angeboten, die Produktion jedoch ab 1875 sukzessive auf die Herstellung von Hufeisenstativen umgestellt.
Inhaber der Werkstätte nach Simon Plößls Tod ist 1868 Anna Fleckenstein, geborene Plößl, ab 1871 zusammen mit dem k.u.k. Hofoptiker Mathäus Wagner. Ab 1874 führt die Werkstätte M. Wagner alleine, er nimmt 1888 M. Josef Wagner mit auf. Im Jahre 1905 läuft die Firma auf Marie Wagner.
(Referenz 2, 3, 22, 86)
(Datierung mit freundlicher Unterstützung von Simon Weber, Wien)
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