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| Zeiss Mikroskop Id für Gehirnschnitte; hergestellt 1911. Das Mikroskop besteht aus zaponiertem, geschwärztem, vernickeltem und schwarz lackiertem Messing sowie gebläutem Stahl. Dieses Instrument stellt eine Sonderkonstruktion dar, wie sie ausschließlich im Zeiss Katalog von 1902 abgebildet und beschrieben wird. Es handelt sich hier um eine Modifikation des Forschungsmikroskops Stativ I mit weitem Tubus und Feintrieb nach Berger. Der sehr ausladende Tisch ist zur Aufnahme von Gehirnschnitten beziehungsweise von Schnitten ganzer Organe ausgelegt. Da das Stativ zum Umlegen eingerichtet ist, ist der Tubusträger weit ausladend ausgeführt, um den Tubus über dem Zentrum des Tisches zu positionieren. | |||
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Auf dem Tubus trägt das Mikroskop die Signatur im Linsenlogo:
Jena Nr.52496 Im Katalog "Mikroskope und mikroskopische Hilfsapparate No.32" der optischenWerkstätte Carl Zeiss Jena aus dem Jahre 1902 wird dieses Instrument beschrieben als: Stativ Id. (Stativ für Gehirnschnitte.)
In Folge der aussergewöhnlichen Grösse des Objecttisches eignet sich dieses Stativ besonders zur Untersuchung von Gehirnschnittpräparaten oder ähnlichen sehr ausgedehnten Objecten. Das Stativ wird nur mit feststehendem Objecttische geliefert.
No. 71: Stativ Id mit ausklappbarem Condensor num. Ap. 1.20: ...Mk. 380.- Den Stativen Ic und Id werden stets ein Lichtverschluss-Trichterstück und drei Zwischenringe für die Mikroplanare beigegeben. Zum Vergleich hier der Preis für das große Stativ Ic. (Stativ für Mikrophotographie und Projection.) ohne Kreuztisch: No. 64: Stativ Ic mit Hartgummitisch und gewöhnlichem Condensor num. Ap. 1.40: ...Mk. 325.- No. 65: Stativ Ic mit Hartgummitisch und ausklappbarem Condensor num. Ap. 1.40: ...Mk. 350.- |
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![]() Zu dem an diesem Stativ angebrachten Okular heißt es in
diesem Katalog ferner:
Aehnlich dem Compensations-Ocular 4* mit Irisblende liefern wir auch ein Huygens'sches Ocular 2* mit Irisblende. [...] Bei Nachbestellung des Oculars 2* ist die Fabrikations-Nummer des Stativs anzugeben. Für dieses Okular wird, wie für Okular Nr. 2, eine Äquivalentbrennweite von 40 mm und eine Eigenvergrößerung von 4-fach angegeben. Der Preis des Okulars Nr. 2* beläuft sich auf 30.- Mark, im Vergleich zu 7.- Mark für das gewöhnliche Okular Nr. 2. Bereits im Katalog No.33 von 1906 erscheint diese Stativform nicht mehr. Da das hier gezeigte Mikroskop nach Auskunft des Archivs von Carl Zeiss Jena mit den Objektiven aa, B und D am 27.01.1911 nach Tübingen ausgeliefert wird, kann davon ausgegangen werden, dass jenes Instrument nach 1906 nur auf besondere Bestellung gefertigt und schon ab Werk mit dem Okular mit Irisblende ausgestattet wird.
Dem Mikroskop für Gehirnschnitte von Zeiss begegnet Brodmann spätestens bei Oskar Vogt, welcher 1899 ein solches Stativ mit der Seriennummer 31768 erwirbt. Dieses Mikroskop Stativ I d ist genau wie das hier gezeigte Instrument mit dem seltenen Huygens'schen Okular 2* mit Irisblende ausgestattet. Im Oktober 1910 folgt Brodmann dem Ruf von Robert Eugen Gaupp (1870-1953) an die Universitätsklinik für Gemüts- und Nervenkrankheiten in Tübingen. Zeitnah nach seiner Arbeitsaufnahme in Tübingen scheint Brodmann unter anderem das hier gezeigte Mikroskop zu ordern (oder dessen Anschaffung zu empfehlen), welches ihm durch seine Arbeiten bei Oskar Vogt als Stativ I d bekannt ist, aber bereits seit 1906 nicht mehr im Katalog von Zeiss geführt wird. Brodmann wird Leiter des anatomischen Laboratoriums, habilitiert sich und wird schließlich 1913 zum Professor berufen. Von Kriegsbeginn bis zum Austritt aus der Klinik ist Brodmann freiwillig ordinierender Arzt in der Nervenabteilung des Reservelazaretts II in Tübingen. Zum Mai 1916 wechselt Brodmann als Prosektor an die Landesheilanstalt Nietleben bei Halle (Saale). Zum April 1918 nimmt er einen Ruf an die Ludwig-Maximilians-Universität München an, verstirbt jedoch im selben Jahr an den Folgen einer Sepsis. Im Juni 2005 kann dieses in der Erhaltung als neuwertig einzustufende Mikroskop für die Sammlung erworben werden. [Vergleiche: Korbinian Brodmann-Museum, Hohenfels: Das an Oskar Vogt am 29.03.1899 ausgelieferte Mikroskop "Carl Zeiss / Jena / No. 31768" sowie Billings Collection Washington: AFIP 49439 60-4713-185 (signiert dort "C. Zeiss Jena Nr. 44362", datiert auf 1907, ohne Objektive), Billings Collection Abb. 224, S. 118/119] (Daten mit freundlicher Unterstützung von Dr. Wolfgang Wimmer, Archiv Carl Zeiss Jena, 06.06.2005; idealistische Vermittlung des Instruments durch C.B.) |
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